Presseartikel in Der Neue Tag vom 26.04.2014

der-neu-tag-2014-04-26Fast vergessene Pioniertaten mit klobigen Kameras
Eine Ausstellung in der Weidener Regionalbibliothek stellt die Fotojournalistin Marie Goslich (1859-1938) vor

Menschen suchen am Rand einer Landstraße nach Essen, nach Arbeit. Die Straße ist ihr Zuhause, sie schlafen an der Böschung. Was heute im journalistischen Zusammenhang ein ganz normales Motiv wäre, das Armut und das karge Leben dokumentiert, war vor 100 Jahren keineswegs normal – die Pressefotografie steckte in den Kinderschuhen. Noch ungewöhnlicher war es in dieser Zeit, wenn eine Frau den Auslöser der Kamera betätigte. Eine Ausstellung in der Regionalbibliothek zeigt ab kommenden Freitag, 2. Mai, die Arbeiten einer Pionierin des Fotojournalismus: Marie Goslich.
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Goslich-Buch auf Tour

buch2Die Jury „Deutscher Fotobuchpreis“ schickt das Buch “Marie Goslich – Die Grande Dame des Fotojournalismus” in einer Wanderausstellung auf Tour. Zusammen mit weiteren 193 herausragenden Büchern ist die Lette-Abschlussarbeit in einer großen Fotobuch-Ausstellung unterwegs. Ende 2013 war das Buch über die ehemalige Lette-Schülerin für den Fotobuchpreis nominiert worden.

Stationen sind unter anderem die Landesvertretungen Baden-Württemberg in Brüssel, die Frankfurter Buchmesse, die IBO Friedrichshafen|Internationale Bodenseemesse, das Regierungspräsidium Karlsruhe, das Forum für Fotografie in Köln sowie diverse Bibliotheken und Hochschulen.
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Prädikat Deutscher Fotobuchpreis “Nominiert 2014″

Die Jury hat das Buch “Marie Goslich – Die Grandedame des Fotojournalismus” für die Wanderausstellung nominiert. Somit erhält das Buch, zusammen mit weiteren 193 herausragenden Büchern Eingang in eine große Fotobuch-Ausstellung. Die Ausstellung wird zunächst im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen 2013 präsentiert und geht im nächsten Jahr auf Tour: Stationen sind unter anderem die Landesvertretungen Baden-Württenberg in Brüssel, die Frankfurter Buchmesse, die IBO Friedrichshafen (Internationale Bodenseemesse), das Regierungspräsidium Karlsruhe, das Forum für Fotografie in Köln, sowie diverse Bibliotheken und Hochschulen.

Marie Goslich

Die Grande Dame des Fotojournalismus
The Lady of Photojournalism
1859 -1938

Marie Goslich DIE GRANDE DAME DES FOTOJOURNALISMUS Die Bilder der Fotografin und Journalistin Marie Goslich sind ein Spiegel ihrer Zeit. Sie dokumentieren den Wandel der städtischen und ländlichen sozialen Strukturen in Folge der Hochkonjunktur des damaligen technischen Fortschrittes. In den von ihr illustrierten Zeitungsartikeln beschreibt sie die aufkommenden sozialen Missstände und die Zerstörung der vorigen urbanen Infrastruktur der Stadt Berlin.
Dem damaligen Zeitgeist folgend, sucht sie auch mit Hilfe ihrer Kamera, den Heil in dem ländlichen Umfeld der Großstadt. In den Dialogen mit einem imaginären Interviewer werden Auszüge aus ihren kritischen und auch spöttischen Texten vermittelt: Die Zeiten sind vorüber, da Angler als eine Art Idioten betrachtet wurden, harmlose friedfertige, deren Verstand gerade ausreicht, um den dummen, stummen Fisch hin und wieder zu überrumpeln…

Pictures of the journalist and photographer Marie Goslich impressively reflect the spirit of her time. They show the change of the social structure in rural and urban areas resulting from the boom of technical progress around the turn of the century. In newspaper articles illustrated with her photos Marie Goslich describes the rising of social ills and the destruction of the previous urban infrastructure of the city of Berlin. In tune with the time she takes refuge in the country with the help of her camera.
Parts of her critical and ironical comments are presented in dialogues with a fictive interviewer:
Times are over that anglers were considered as a kind of naive, placid idiots whose brains were just enough to take dumb and dull fish by surprise now and again.

Autoren: Krystyna Kauffmann, Mathias Marx und Manfred Friedrich
Das Buch ist erschienen beim Seemann Verlag

Setzung des Stolpersteins in Geltow

Am 1. April 2013 fand für die Fotojournalistin Marie Goslich, auf die Initiative des Heimatverein Geltow e.V., die Setzung des Stolpersteins statt. Der Vorsitzender des Heimatverein, Herr Manfred Uhlemann begrüßte die zahlreichen Teilnehmer mit einigen Sätzen aus dem von Marie Goslich verfassten Artikel „Ich schnitt es gern in alle Rinden ein“ welcher im Jahre 1906 in der Berliner Zeitschrift “Die Woche” erschienen ist. Lust und Leid tragen die Menschenkinder gern in die Natur hinaus. Es ist, als gäbe diese ihnen den Frieden, der ihrem Inneren fehlt. Zu zweit wandern sie in den Schatten des Waldes, zum heimlichen Kosen unter dem schützenden Gezweig. Auf der Höhe steigt, wer allein ist und wehmütig des anderen gedenkt, der in der Ferne weilt. Und sehnsüchtig schaut er den weißen Wölkchen nach, die im duftigen Aether schwimmen, und möchte mit ihnen ziehen dahin, dahin, wo er allein Befriedigung finden kann. – Und dann nehmen sie ein Messer, und Spuren ihres Glücks und ihrer Qual bleiben, wo sie gewesen. Überall da draußen findet man solche Runen eingeschnitten: am Baum an der Landstraße, am Brunnen am Wege und ihrer nicht achtend gehen die Leute vorüber. Wer aber Phantasie hat, dem bedeutet eine jede Rune die Ueberschrift zu einem Kapitel von Liebe, Lust und Leid. Eine der Runen am Mühlbalken zeigt deutlich eine Schlange, sie trägt den Namenzug jener, die mit der Liebe einst ein falsches Spiel getrieben. …Und wieder kommt es die Anhöhe hinauf, aber diesmal unter lautem, fröhlichem Geschwätzt. Zwei Kinder sind es, sie tragen einen Korb zwischen sich: ein Junge und ein Mädel. Der Junge hantiert mit einem großen Küchenmesser, Futter soll er schneiden für die Ziege… das Mädel jagt den bunten Schmetterlingen nach, die darüber flattern, und lacht, als der Junge sie fragt, ob er auch mal was einschneiden soll in den Mühlenbalken. http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12495234/60889/ http://www.pnn.de/pm/738574/