Setzung des Stolpersteins in Geltow

Am 1. April 2013 fand für die Fotojournalistin Marie Goslich, auf die Initiative des Heimatverein Geltow e.V., die Setzung des Stolpersteins statt.
Der Vorsitzender des Heimatverein, Herr Manfred Uhlemann begrüßte die zahlreichen Teilnehmer mit einigen Sätzen aus dem von Marie Goslich verfassten Artikel „Ich schnitt es gern in alle Rinden ein“ welcher im Jahre 1906 in der Berliner Zeitschrift “Die Woche” erschienen ist.

Lust und Leid tragen die Menschenkinder gern in die Natur hinaus. Es ist, als gäbe diese ihnen den Frieden, der ihrem Inneren fehlt. Zu zweit wandern sie in den Schatten des Waldes, zum heimlichen Kosen unter dem schützenden Gezweig. Auf der Höhe steigt, wer allein ist und wehmütig des anderen gedenkt, der in der Ferne weilt. Und sehnsüchtig schaut er den weißen Wölkchen nach, die im duftigen Aether schwimmen, und möchte mit ihnen ziehen dahin, dahin, wo er allein Befriedigung finden kann. – Und dann nehmen sie ein Messer, und Spuren ihres Glücks und ihrer Qual bleiben, wo sie gewesen. Überall da draußen findet man solche Runen eingeschnitten: am Baum an der Landstraße, am Brunnen am Wege und ihrer nicht achtend gehen die Leute vorüber. Wer aber Phantasie hat, dem bedeutet eine jede Rune die Ueberschrift zu einem Kapitel von Liebe, Lust und Leid.

Eine der Runen am Mühlbalken zeigt deutlich eine Schlange, sie trägt den Namenzug jener, die mit der Liebe einst ein falsches Spiel getrieben.

…Und wieder kommt es die Anhöhe hinauf, aber diesmal unter lautem, fröhlichem Geschwätzt. Zwei Kinder sind es, sie tragen einen Korb zwischen sich: ein Junge und ein Mädel. Der Junge hantiert mit einem großen Küchenmesser, Futter soll er schneiden für die Ziege… das Mädel jagt den bunten Schmetterlingen nach, die darüber flattern, und lacht, als der Junge sie fragt, ob er auch mal was einschneiden soll in den Mühlenbalken.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12495234/60889/
http://www.pnn.de/pm/738574/

Stolperstein für Marie Goslich

Presseartikel in der PNN am 15.01.2013
Stolperstein Marie Goslich Schwielowsee – Zum Gedenken an die Fotografin und Journalistin Marie Goslich (1859-1938) soll in Geltow, Havelstraße 4, ein Stolperstein verlegt werden. Über einen entsprechenden Antrag des Geltower Heimatvereins soll im Februar die Gemeindevertretung entscheiden. Geltow war der letzte Wohnort der sozialkritisch eingestellten und engagierten Frau, deren Leben erst in den vergangenen Jahren, angestoßen durch die Caputherin Krystina Kauffmann, aufgearbeitet wurde. Das Wissen über Goslich ist dennoch lückenhaft geblieben, geblieben sind vor allem 400 Glasnegative und zahlreiche, oft kritische Zeitungsartikel.

1905 bis 1920 war Marie Goslich für die Zeitschrift „Bote für die christliche Frauenwelt“ tätig, die im Stiftungsverlag des Oberlinhauses in Potsdam erschien. Erst vor Kurzem konnte man ihren letzten Aufenthaltsort feststellen. Goslich wurde demnach hochbetagt 1937 in die Landesanstalt Brandenburg-Görden und von dort 1938 in die Landesheilanstalt Obrawalde überführt, sie starb dort unter ungeklärten Umständen. Die Obrawalder Anstalt war eine Nazi-Forschungsstätte zur Einführung der Euthanasie.

In ihrer Geburtsstadt Frankfurt (Oder) wurde Goslich bereits im Mai 2012 ein Stolperstein verlegt. Der jetzt geplante Stein soll durch Spendengelder finanziert werden, die Krystina Kaufmann bei ihrem Geburtstag gesammelt hat. In Schwielowsee wäre es der zweite Stolperstein, vor drei Jahren wurde in Caputh ein Stolperstein für die jüdische Reformpädagogin Gertrud Feiertag verlegt. Die in Gehwege eingelegten Messingplatten des Künstlers Gunter Demnig sind weit verbreitet: Europaweit erinnern 37 000 Stolpersteine an letzte Wohnstätten von Menschen, die durch die Naziherrschaft ums Leben kamen. hkx

Quelle: http://www.pnn.de/pm/714434/
stolpersteine-ffo.de/resources/Goslich.pdf

“Unterwegs mit Segelkahn und Leiterwagen – Leben am Schwielowsee vor 100 Jahren”

Schülerinnen und Schüler der Meusebach-Grundschule in Geltow gestalteten nach den Photographien von Marie Goslich Collagen, Zeichnungen und Malereien das leben am Schwielowsee vor 100 Jahren.

Ein Projekt der Kunstschule Potsdam e.V. und der Meusebach-Grundschule VHG mit iKb, unter der künstlerichen leitung von Monika Olias und Susanne Ramolla.

Eröffnung am Samstag, den 18. Februar 2012, um 14. Uhr

im großen Sitzungssaal des Rathauses der gemeinde Schwielowsee,

Potsdamer Platz 9, OT Ferch

Gedenktafel an der Baumgartenbrücke

26.09.2011 | Artikel in der MAZ

An der Baumgartenbrücke wurde die Gedenktafel „Frauen-Ort Marie Goslich“ enthüllt

ERINNERUNG: Frauen haben Spuren hinterlassen

GELTOW – Schon vor mehr als 300 Jahren hieß es in einer Schrift: „Von den Spuren der Frauen wird in der Geschichtsschreibung soviel bleiben, wie von den Spuren eines Schiffes im Meer.“ Da spielt allerdings der „Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V.“, die Dachorganisation von 20 Frauenverbänden mit etwa 150 000 Mitgliedern, nicht mehr mit. Und so wurden seit dem vergangenen Jahr im Rahmen eines vom Sozialministerium geförderten Projekts „Frauen-Orte im Land Brandenburg“ auf Gedenktafeln an verschiedenen Orten bisher zwölf einst engagierte Frauen, die oft ihrer Zeit voraus waren, geehrt

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27. September 2011